Kirmesvadder Christian Wunschinski zu Gast bei Altkirmesvadder Basti Kühn (v.l.)

Auf einen Plausch mit … Kirmesvadder Christian Wunschinski

Interview mit dem neugewählten Kirmesvadder Christian „Wunschi“ Wunschinski

Wehlheiden. Christian Wunschinski (32) ist der neugewählte Kirmesvadder von Wehlheiden. Allen wohl eher bekannt als „Wunschi“, steht er nun seinem Vorgänger Sebastian „Basti“ Kühn, Rede und Antwort.

Und nun herzlich willkommen bei unserer neuen Interviewreihe „Auf einen Plausch mit…“

Basti:
Moin Wunschi, wir Kirmesmädchen und -burschen, die Kirmesgemeinschaft und ganz Wehlheiden darf Dir nun zu Deiner einstimmigen Wahl zum Kirmesvadder gratulieren.
Nachdem ich selbst den großen Aufwand aus familiären Gründen nicht mehr aufbringen kann, darfst Du als traditionelles Oberhaupt die Wagenrunge tragen. Was bedeutet Dir diese Wahl?

Wunschi:
Hallo,
vielen Dank für die Glückwünsche!
Die Wahl an sich war ja die logische Konsequenz aus deiner Demission. Natürlich ist es für mich eine Ehre dieses Amt bei einem der traditionsreichsten Volksfeste meiner Heimatstadt zu begleiten. Im Moment bedeutet die Wahl für mich aber vor allem viel Arbeit, die ich natürlich nicht im Alleingang schaffen kann.

Basti:
Kirmeserfahrung hast Du ja genug, wie lange bist Du jetzt dabei und hast Du Dir schon Deinen Stellvertreter ausgesucht, oder wie er in Wehlheiden heißt, Dein „Helferlein“, damit Du auch organisatorische Unterstützung hast?

Wunschi:Kirmesvadder Christian Wunschinski zu Gast bei Altkirmesvadder Basti Kühn (v.l.)
Ich gehe jetzt in mein 15. Jahr und bin dem „logischen Karriereweg“ innerhalb der TG Wehlheiden, bzw. in der Kirmesgemeinschaft gefolgt. Ich habe als kleiner/junger Kirmesbursche angefangen, wurde Helferlein, Kirmesvater in Vertretung und jetzt eben „Vollzeit“ – Kirmesvater.
Als offizielles Helferlein gibt es derzeit mit Michael Bier Jemanden, der mit mir unter deiner Führung schon Helferlein war. Im Hintergrund habe ich aber neben Kathrin (Kremer) auch Dich, die für mich Dinge erledigen an die ich nicht denke, oder denken mag. Aus meiner Sicht bedarf es aber keinem Helferlein, da auch bei mir das Team im Vordergrund steht und die Aufgaben und Pflichten dort gut aufgeteilt sind.

Basti:
Also haben wir wieder ein erfahrenes Team an der Spitze unseres Kirmesteams. Du hast ja bereits im letzten Jahr, in Vertretung die Kirmes als Kirmesvadder gemeistert. Eine wichtige Frage ist aber jetzt: Welchen Hut wird der Kirmesvadder tragen?

Wunschi:
Ich hatte ein tolles halbes Hähnchen als Hut, das ist aber zum einen von der Mehrheit abgelehnt worden und wird zum anderen dem Anlass natürlich nicht gerecht.
Sagen wir es mal so: eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber wahrscheinlich wird es einer Veränderung auf dem Haupte im Vergleich zum letzten Jahr geben.

Basti:
Als Kirmesmädchen oder -bursche in Wehlheiden aufgenommen zu werden, ist und bleibt eine Ehre für einen Wehlheider. Wir sind zwar in der glücklichen Lage keine Nachwuchsprobleme zu haben, dennoch haben auch wir zeitweise damit zu kämpfen, dass die Arbeitszeiten dem Einen oder Anderen die Teilnahme an den vielen Veranstaltungen beinahe unmöglich machen. Hast Du vor das Team zu erweitern und hast Du bereits Kandidaten im Blick?

Wunschi:
Ich versuche derzeit junge Leute von dieser Ehre zu überzeugen. Aktuell sieht es da ganz gut aus. Ich bin derzeit mit drei jungen Menschen in Gesprächen, die mehr oder weniger seit Kindesbeinen in der TG Wehlheiden aktiv sind. Ich denke diese jungen Leute können am ehesten nachvollziehen, dass das was nach einer Menge Spaß aussieht, durchaus auch harte und nervenaufreibende Arbeit sein kann.

Basti:
Es gibt immer noch Gäste bei uns in Wehlheiden, die die große Tradition, die wir besonders pflegen nicht kennen. Was würdest Du sagen, macht die Wehlheider Kirmes aus und was bedeutet die Kirmes für einen Wehlheider?

Wunschi:
Da muss man sicherlich weiter ausholen. Die Tradition der Kirmes nährt sich ja vor allem aus der Tatsache, dass Wehlheiden als Dorf die Stadt Kassel erst zu einer Großstadt gemacht hat. Darin begründet liegt auch der gewisse „Nationalstolz“ des geneigten Wehlheiders. Man kommt eben nicht aus Kassel, man kommt aus Wehlheiden. Und da ist die Große Wehlheider Kirmes natürlich für dieses Wochenende im August der Nabel der Welt.
Das Thema Tradition wird vor, während und nach der Kirmes gelebt. Sei es die Wahl des Bürgermeisterpaares oder die Repräsentation der Wagenrunge in anderen Stadtteilen. Für mich macht genau das den Reiz der Kirmes und von Wehlheiden aus. Gelebte Tradition!

Basti:
Eine Tradition für die wir Kirmesmädchen und -burschen sehr viel Zeit opfern.
Für uns gibt es eigentlich nur eine Antwort auf die folgende Frage, aber dennoch:
Was ist das absolute Highlight für ein Kirmesmädchen oder -burschen, an den 4 Tagen?

Wunschi:
Naja, die Frage ist recht einfach zu beantworten. Da kann ich auch im Namen aller Kirmesmädchen und -burschen sprechen. Das absolute Highlight ist für uns ein Moment während des Festumzuges. Wenn man von der Heinrich-Heine-Straße in die Schönfelderstraße biegt und die vielen Menschen am Straßenrand sieht gibt kaum einen, der keine Gänsehaut bekommt. Genau dieser Moment ist die Bestätigung für die zum Teil lange und harte Arbeit, die man vor und während der Kirmes leistet.
Natürlich gibt es für mich auch noch weitere Highlight: Das Anblasen der Kirmes sowie das Lichterfest zum Ende der Kirmes, um nur zwei zu nennen. Aber wenn ich mich nochmal auf die vorherige Frage beziehen darf: für einen Wehlheider ist die gesamte Kirmes ein Highlight!

Basti:
Für dieses Highlight des Jahres, ist ein enormer zeitlicher Aufwand erforderlich, trotzdem wird die Wehlheider Kirmes auch weiterhin von uns selbst und in rein ehrenamtlicher Arbeit organisiert. Die bekannten „Baustellen“ – Stichwort: Sperrung Stockplatz – mussten und müssen bearbeitet werden. Wie gehen die Kirmesmädchen und -burschen damit um, dass wir in diesem Jahr ohne unseren Stockplatz feiern müssen?

Wunschi:
Gute Frage! Da wir auf die aktuelle Situation mit dem Stockplatz keinen Einfluss haben, müssen wir als Kirmesgemeinschaft das Beste aus der Situation machen. Ich denke man sollte sich einfach überraschen lassen, was in diesem Jahr geboten wird. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass vor allem der Vorstand der Kirmesgemeinschaft seine Hausaufgaben gemacht hat und das Optimum aus dieser ärgerlichen Situation für die Kirmes erarbeitet hat. Für die Kirmesmädchen und -burschen sehe ich jetzt noch keine großen Veränderungen. Allerdings müssen auch wir die Kirmes erst mal abwarten.

Basti:
Unser Vorstand, allen voran Dirk Reimann und Jutta Bier, arbeiten unermüdlich an Lösungen für dieses Problem. Wird der Arbeitsaufwand in diesem Jahr auch für die Kirmesmädchen und -burschen noch höher als sonst?

Wunschi:
Ich glaube nicht. Die Kirmesmädchen und -burschen hatten auf dem Stockplatz auch in den letzten Jahren nicht viel Arbeit. Das ist das Aufgabengebiet des „Platzdesigners“ Willi Rudolph gewesen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es schwierig zu beurteilen, ob durch die neue Situation um den Stockplatz mehr Arbeit entsteht. Sollte es aber dazu kommen ist das Team gerüstet.
Basti:
Packen wir’s an, oder wie sich in Wehlheiden bereits durchgesetzt hat: „Jetzt erst recht!!!“ Wenn wir schon ein Interview nach einer Wahl führen, darfst Du jetzt noch Jemanden Grüßen, oder Jemandem danken!
Wunschi:
Wie sagte mal ein deutscher Fußballer? Ich danke meiner Mutter, meinem Vater und ganz besonders meinen Eltern! Im Ernst: ich danke schon jetzt allen, die mich und vor allem die Wehlheider Kirmes in den nächsten Wochen unterstützen und damit die Kirmes zu dem machen, was sie ist: Das Beste was Kassel zu bieten hat!
Ein ganz besonderer Dank geht an meine Organisationsbeauftragte zu Hause, die mir einen nicht unerheblichen Teil der Arbeit abnimmt!

Basti:
Dann wünsche ich uns allen eine unvergessliche Kirmes und danke Dir, dass Du Dir die Zeit genommen hast.

Wunschi:
Das wünsche ich dir und allen Besuchern auch!